Atelierder bunten Erden

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Das Wanderatelier setzt Anker

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den 1990er Jahren nahmen die Lern- und Wanderjahre eines Aus- und Umsteigers, jenes in Österreich durch die Weinberge radelnden Malers eine unerwartete Wende. Er fand sich mit seiner Maltechnik, die man bald nach ihrem Erscheinen "Lehmmalerei" nannte, einige Zeit im Licht der Aufmerksamkeit. Im Zuge dessen verlagerte sich der Kern der Handlung ins südliche Polen, in das gesellschaftliche Experimentierfeld des damals postkommunistischen Reformlandes. Die Gründerzeit mit ihren entfesselten Freiheiten und Nöten zog den Künstler in ihren Bann, nahezu unerschöpflich viele Arbeitsfelder forderten den kreativen Pionier aus dem Westen heraus. Hier zog das "Wanderatelier" so lange seine Kreise, bis es sich schließlich in der grünenden Hügellandschaft vor Krakau verankern konnte, wo nun jene Bilder entstehen, welche widrige Umstände lange verhindert hatten, oder für welche die Zeit oder der Maler erst reifen mussten. Hier wird die Passion des stillen Beobachters in verschwiegener Progression weiter gepflegt. Die zeitlose Ursprungsvision erhält hier ihre neu zugewiesenen Formen, kommuiniziert mit der Zukunft. Das kleine Atelier Earth Spirit in Kleinpolen ist zwar nur ein kleiner Raum mit Staffelei, Erde, Wasser, Pinsel, Bilder, Rahmen. Doch es ist auch das Manifest eines unbedeutend scheinenden Wunders, ein kosmischer Wille mit einer Nabelschnur zur Welt.

Staubtropfen
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Mit knapp 17 Jahren zeigte Hofer 1982 erstmals seine Aquarelle und Gouachen im Wiener Künstlerhaus in einer Gemeinschaftsausstellung. Die Formate wurden größer und er begann sich mit Wandmalerei zu beschäftigen. Als er mit einem Fresko für ein Lehmgebäude beauftragt wurde, entwickelte er hierfür eine bis dahin unbekannte Technik für Lehmwände. Auf die "Lehm-Fresken" 1991 folgten bald darauf die ersten Ausstellungen in Wien und Krakau mit neu entwickelten Lehm-Tafelbildern. Ab 1992 wurde Polen zu seiner zweiten Heimat. Seine Quelle der Inspiration ist das kreative Wechselspiel zwischen dem Geist der Wahrheit, der Schöpfung und dem Menschen.

Authentisch
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1990, noch in Wien ließ sich Hofer von heiligen Rezepturen byzantnischer Freskotechniken dazu inspirieren, eine neue Form des Malens auf Lehmwände zu übertragen. Lehmbau lag damals im Trend und damit die Chancen entsprechender Aufträge. Erste technische Grundlagen vermittelten Fachbücher über Lehmarchitektur, darunter die Beschreibung von japanischen Lehmputztechniken. Hofer ist bis heute seiner technischen Inovation, jener Malerei mit purer Erde und Wasser, treu geblieben, wobei er laufend seine Palette erweitert, die Maltechnik verbessert und nach wie vor die Erden naturbelassen in seinen Bildern verwendet. Die Timeline der der Galerie auf der Webseite zeigt die Entwicklung über mehr als 2 Jahrzehnte.

Licht im Nebel
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Die Region nördlich von Krakau steht durch die Nähe des Nationalparks Ojców unter einem mittlerweile sehr bedrohten landschaftlichen Schutz, welcher dem Atelier in dem traditionellen Holzhaus mit Garten bislang eine intakte Umgebung sicherte. Noch bietet das Juratal Natürlichkeit und Licht für die Lehmmalerei und ab und zu einen guten Himmel für die Sternbeobachtung. Jedoch die fortschreitende Luft- und Lichtverschmutzung beeinträchtigen zunehmend das Projekt.

Mini-Naturpark
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Haus und Garten werden im Geiste des Natura 2000-Abkommens und der Nationalpark-Idee gepflegt und bewirtschaftet. Fauna und Flora aus der Umgebung sollen in der vom Menschen bewohnten Natur ihren passenden Platz finden und überregional wirksam sein. Die wachsende Biodiversität interagiert ebenso mit den Prozessen im Atelier wie die fortschreitende Degradierung der Umwelt durch Lärm, Smog, Zersiedlung und die Erosion von Weltoffenheit und Humanität.

Schöne Töne
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Eine besondere Leidenschaft ist das Forschen nach bunten Erden. Gerade dieser Urstoff, meist eher unbeachtet oder gar verachtet ermmöglicht eine artgerechte Interaktion des Menschen mit dem Planeten. Respektvoll soll dem Boden nur entnommen werden, was benötigt wird, ohne Gewinnsucht und Geltungsdrang. Der Fundort darf weder verschmutzt noch verwüstet werden, darauf vorhandenes Leben wird immer geschont. Nur so kann eine einmalige Palette an bunten Erdpigmenten mit ihren außergewöhlnlichen Eigenschaften wirksam werden. Voll Idealismus hatte Hofer anfangs seine neue Technik in zahlreiche Ausstellungen und Workshops zugänglich gemacht, wodurch die Lehmmalerei einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Seit Trittbrettfahrer und kommerzielle Macher einige seine Ideen rücksichtslos vereinnahmten, gibt Hofer sein Wissen nicht mehr so leichtfertig preis wie früher.

Mit Herz gemalt
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Es bleibt schwer. Ein mittlerweile abgeschmettertes Autobahnprojekt drohte das Atelier zu vernichten, nun setzt die fortschreitende Urbanisierung dem Grüngürtel um Krakau immer mehr zu. Und der Blick in die gesellschaftliche Zukunft des Landes stimmt nicht gerade optimistisch. Trotz aller Hindernisse ermöglichte der in Jahren der Arbeit geschaffene Schutzraum die Weiterentwicklung der Rahmung, des Bildaufbaus und des malerischen Könnens. So konnte eine authentische Lehmmalerei heran wachsen, welche sehr hohe geistige Konzentration und Ordnung erfordert. Hier entstanden die Lehmikonen. Viele Geheimnisse der mittelalterlichen Ikonenkunst ließen sich durch die Lehmmalerei neu entdecken und so in die Zukunft retten.

Inspiration

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Schon in der Kindheit beschäftigte sich Hofer mit Astronomie und bedient sich heute eines schnellen F5 Newton Teleskops zum Einfangen des zarten Sternenlichts. Die so beobachtbaren Planeten, Sternhaufen und Galaxien lassen sich mittlerweile auch mit bescheidenen Amateurkenntnissen fotografieren und finden als gemalte Studien ihre Interpretation als Amaminato - die Astronomische Malerei mit Natürlichem Ton, welche sich noch in Entwicklung befindet.

Copterperspektive

Das Video "Über den Äckern von Kleinpolen" bietet einen Blick auf die kleinteilige Agrarlandschaft an der Nordgrenze des ehemaligen Galizien durch die Linsen eines Multicopters und eines Smartphones, unweit einer historischen Befestigungsanlage aus der Habsburger Monarchie. "Ya vivimos" zeigt die herzlich andere Perspektive eines fliegenden Wesens auf unterkühlte Äcker.

Fotoarchiv der Workshops

In polnischen Schulen, 1992 und später

Verschiedene Veranstaltungen

Archezja Foundation 2009

Spielen mit Lehm

Seit den ersten Lehmmalerei-Ausstellungen gibt es ein kontinuierliches Interesse an Workshops. Daraus entstand der Lehm-Spieltisch, mit dem "Play-with-Earth-Table" kommt die Natur zurück zu uns.

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